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„Dieses Buch hat Europa stark gemacht.“

 

 

Superintendent Klaus Majoress (links) begrüßte Prof. Dr. Vishal Mangalwadi. (Foto: Raith)

Von Guido Raith

Lüdenscheid. „Es ist das beste Buch außer dem Wort Gottes selbst, das ich in den letzten Jahren gelesen habe“, pries Pfarrer Michael Czylwik von der Ev. Kirchengemeine Lüdenscheid-Brügge den Titel „Das Buch der Mitte“ von Prof. Dr. Vishal Mangalwadi vor versammeltem Publikum in der beinahe bis zum letzten Platz gefüllten Erlöserkirche. Ob und warum die Bibel wirklich das Herzstück und Basis der westlichen Kultur ist, erläuterte der indische Theologieprofessor in einem spannenden Vortrag.

Der Superintendent des Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, Klaus Majoress, der sich über die gute Resonanz zu der Vortragsveranstaltung freute („...ich kenne meinen Kirchenkreis ganz gut und sehe viele bekannte Gesichter.“), eröffnete die Veranstaltung im Rahmen der Reihe zum Reformationsjubiläum. Als Einleitung sang Benedikt Czylwik das Lobpreislied „Das Privileg“ und begleitete sich dabei am Klavier.

 

Benedikt Czylwik am Klavier.

Prof. Dr. Vishal Mangalwadi nahm seine Zuhörer schließlich mit auf „Eine Busfahrt auf der Suche nach der Seele Europas.“ Er stellte die Frage, ob die europäische Werte Bildung, Ethik, Sprache, Kultur ihren Ursprung in der Bibel hätten und fragte auch danach, ob die Seele Europas bedroht sei. Mangalwadi: „Wenn wir uns nicht um die Seele Europas kümmern, werden wir uns bald nicht mehr um die Seele des Einzelnen kümmern können.“

 

Prof. Dr. Vishal Mangalwadi.

Auf der Suche nach der Ursache eines schwindenden Glaubens streifte Mangalwadi Sigmund Freuds von Nietzsche beeinflusste „Philosophie des Atheismus“, zeigte politische und Macht-Begehrlichkeiten in der Geschichte auf und schilderte plastisch anhand seines eigenen Erlebens, dass für viele Menschen heute der Glauben mit seinem Regelwerk abschreckend sei. Als Beispiel nannte er unter anderem die Institution der Ehe. Die biblische Vorstellung der Ehe sei Liebe und gegenseitige Unterordnung. Das habe den Westen geformt. Eine starke Familie mit starken Frauen und starken Kindern bedinge auch einen starken Staat, so Mangalwadi weiter.

Bei seiner Suche nach den Errungenschaften der westlichen Kultur auf Basis der Bibel stellte Mangalwadi die Toleranz in den Mittelpunkt. Wahrheit, Gewissen und das Handeln danach, sowie das Symbol des Kreuzes seien Argumente für die Toleranz. Gottes Methode, Sünder zu gewinnen, sei das Kreuz – die sich selbst opfernde Liebe. „Die Bibel ist die Seele des Westens“, so der Autor. „Dieses Buch hat Europa stark gemacht. Wenn sie sich davon abwenden, verlieren sie ihre Freiheit.“

Klaus Majoress bedankte sich schließlich bei Prof. Dr. Vishal Mangalwadi für dessen eindrucksvollen Vortrag: "Die Frage nach der Seele Europas bewegt mich. Es hat damit zu tun, dass wir Grenzen überschreiten und nicht ziehen. Ich glaube, wir brauchen hier ein ganz neues Bewußtsein."


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