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Starke Worte und ein großer Chor!

 

Von Guido Raith

Meinerzhagen. Es war ein Abend der stillen Töne. Ein Abend, der nachdenklich macht. Und ein Abend, der Hoffnung machen kann. Auf eine junge Generation, die eine bessere Welt formen will und die es vielleicht einfach tut. Unter der Überschrift „Rettung aus aller Not“ offenbarten der große Chor, der Religionskurs und die Theater AG des evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen in der Jesus-Christus-Kirche in Anlehnung an die Lehre Martin Luthers bei einem Gesprächskonzert ihre Sicht auf die Welt. Als Veranstalter traten das Ev. Gymnasium Meinerzhagen in Kooperation mit der Ev. Kirchengemeinde Meinerzhagen auf.

Monatelang hatten sie sich in die Erlösungsvorstellungen des Reformators und ihre persönliche Sicht hierzu eingearbeitet, und was die 12- bis 18-jährigen Schüler an diesem Abend sowohl musikalisch als auch inhaltlich in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche zeigten, war eine Darbietung auf hohem Niveau.

Als „cooler Typ“ stellte sich Luther zu Beginn dem Publikum vor. Selbst überrascht von seiner Popularität, sinnierte er mit Humor: „Wer hätte gedacht, dass man mir ein Konzert widmet?“

Doch was so leichtfüßig begann, entpuppte sich recht schnell als Aufforderung zum Nachdenken – als Impuls, seine Überzeugung zu hinterfragen. „Warum glaubst du“ und „Warum gehst du in die Kirche?“ fragten die Schüler in die Runde, um eine Antwort gleich hinterher zu schicken: „Ein Gespräch ist ein Anfang.“

 

Mit der Interpretation des Stückes „Hope“ von Michael Patrick Kelly und Gregor Meyle gab der Chor einen ersten Eindruck davon, wohin die musikalische Reise an diesem Abend ging. Stilistisch ungebunden, wenn auch nicht bunt, zeigten die jungen Sängerinnen und Sänger großes Talent und setzten abwechselnd mit den Wortbeiträgen echte Glanzlichter. Besondere Aufmerksamkeit galt dem Vokalsextett mit seiner großartig von der Empore gesungenen Kyrie (aus der Missa Papae Marcelli). Bei Luthers „Mit Fried und Freud fahr ich dahin“ (Satz: Johannes Brahms) und „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ (Gustav Mahler) zeigte sich das Potential des großen Chores zur Begeisterung des Publikums. Besonders der einfühlsame Sologesang von Mira Weiß im Dialog mit der Viola von Sibylle Mangold bleiben in bester Erinnerung.

Bei den Wortbeiträgen hatten die Zuhörer Gelegenheit, sich in die Gedanken junger evangelischer Christen heute zu versetzen. Mit Fragen wie „Machen Geld und Ruhm uns glücklich?“, oder „Können wir moralische Schuld abarbeiten?“ und „Was kommt nach dem Tod?“ setzten sich die Schüler intensiv im Kontext zu Luthers Gedanken auseinander und hinterließen hier sicherlich den ein oder anderen nachdenklichen Kirchenbesucher mit neuen Impulsen zum Thema.

Nach der gesanglichen Interpretation von Luthers Abendsegen beendete das Stück „Heal the World“ von Michael Jackson einen spannenden Konzertabend mit anregenden Wortbeiträgen engagierter junger Christen angenehm harmonisch und rundete das Bild eines sowohl inhaltlich als auch musikalisch anspruchsvollen Erlebnisses ab.

 

Mira Weiß (Solo-Sopran)

 

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